SSV Nümbrecht
    1. HerrenSaisonrückblick

    Rekordsaison trotz Talsohle und Personalnot

    Der SSV Homburg-Nümbrecht beendete seine dritte Spielzeit in der Landesliga als Fünfter - OA sprach mit Trainer Torsten Reisewitz über die Aufs und Abs und einen Schwur der Mannschaft.


    Platz fünf - die beste Position in der Landesliga seit dem Aufstieg vor drei Jahren. 48 Zähler - ein neuer Rekord. Unter dem Strich eine absolut zufriedenstellende Bilanz für den SSV Homburg-Nümbrecht, trotz einer äußerst entbehrungsreichen zweiten Saisonhälfte. „Rückblickend darf man keinen Gedanken daran verschwenden, was möglich gewesen wäre, wenn wir uns in den englischen Wochen nach der Winterpause nicht eine Delle erlaubt hätten“, sagt Trainer Torsten Reisewitz. Jene Talsohle war dafür verantwortlich, dass zwischenzeitlich sogar die Abstiegszone in Sichtweite geriet, doch im Schlussdrittel zeigte das Team noch einmal Zähne und verlor von den abschließenden acht Partien nur eine.

    „Wie sich die Mannschaft da rausgebissen hat, war aller Ehren wert“, betont Reisewitz. Abermals hatten die Nümbrechter mit einer langen Verletztenliste zu kämpfen, wichtige Stützen standen nicht zur Verfügung. Die Personalmisere war ausgerechnet während der Periode mit den vielen Nachholterminen am größten. „Das hat uns das Genick gebrochen“, so Reisewitz, der häufig bloß mit einer Handvoll fitter Akteure trainieren konnte. Die Sieglos-Serie stimmte auch den Trainer nachdenklich. „Man hinterfragt sich schon, ob man bei der Trainingssteuerung oder taktisch irgendetwas falsch gemacht hat. In dieser Phase sind die Jungs noch enger zusammengerückt und haben mir geholfen. Sie sagten: ‚Reise, wir müssen uns um die Ergebnisse kümmern, nicht du.‘“

    Die Unberechenbarkeit der Liga und der Mangel an Konstanz schlagen sich in einer kuriosen Statistik nieder: Der SSV verbuchte gegen die Top vier einen besseren Punkteschnitt als gegen die vier Kellerkinder. „Wir haben ein Problem, wenn wir selber mehr fürs Spiel machen müssen“, räumt Reisewitz ein - definitiv eine Schwäche, die es in der kommenden Saison zu beheben gilt. Die Heimausbeute ist ebenfalls ausbaufähig. Mit 24 Zählern rangiert Nümbrecht in dieser Wertung auf Platz zehn. Auf fremdem Terrain war lediglich Titelträger Deutz erfolgreicher.

    Die Zusammensetzung der Staffel 1 für das nächste Spieljahr steht noch nicht fest. Reisewitz geht aber davon aus, dass das Leistungsgefälle erneut gering sein wird. „Ich erwarte ein Hauen und Stechen von Platz eins bis 16.“ Der Verein kann mit dem Pfund wuchern, dass vom aktuellen Kader, mit Ausnahme von Tristan Wolf, alle Spieler bleiben. Neuzugänge sind Jonas Henscheid (TuS Oberpleis), Torwart Kim Schwensen (Bonner SC U19), Tom Hillenbach (FV Wiehl U19) sowie Felix Jäger und Maximilian Sackner (beide FC Wiedenest-Othetal). Zudem hat sich Ricardo Bauerfeind, von der Kreisliga A-Reserve nach oben beordert, für höhere Aufgaben empfohlen.

    Das Aufgebot wurde also verbreitert, wobei Sebastian Ghofranifar, Alexander Epstein, Aron Jungjohann und Joscha Trommler wegen schwerer Knie- beziehungsweise Knöchelverletzungen langfristig außer Gefecht gesetzt sind. Auch aus diesem Grund wird der Transfermarkt weiter beobachtet. „Vor ein, zwei Jungs, die uns weiterhelfen, würden wir uns nicht verschließen“, sagt Reisewitz. Die Nachfolge von Co-Trainer Fabian Förster, der künftig bei der B-Jugend tätig ist, tritt mit Thomas Koch (früher TuS Marialinden und FSV Neunkirchen-Seelscheid) ein langjähriger Weggefährte Reisewitz‘ an.

    14.06.2018 | Von: Oberberg-Aktuell.de